Mitarbeiter*innen starten Imagekampagne

Das Jugendamt: menschlich relevant

Supermarkt, Hausarzt, Jugendamt – drei, für die es keinen Lockdown gibt. „Und drei, die Leib und Seele zusammenhalten“, sagt Reinhold Ehl, Leiter des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Coburg, und lacht. Keine Frage, der Supermarkt sei systemrelevant. Doch das Jugendamt sei noch mehr: nämlich „menschlich relevant“, so Ehl. Es habe den „menschlichen Lockdown“ für Kinder und Jugendliche verhindert. Überforderte Eltern, Schulschwänzen in der Pubertät, Internet- oder Spielsucht: „Das Jugendamt hilft in der Krise. Es bietet Unterstützung und sorgt oft genug für den Neustart in ein besseres Leben – mit neuer Struktur, die festen Halt im Alltag gibt“, ergänzt der 3. Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Coburg Thomas Nowak.

Es sei deshalb höchste Zeit, genau das auch einmal deutlich zu machen: Mit einer Kampagne will das Jugendamt zeigen, wie groß der Schutzschirm ist, den es für Kinder, Jugendliche und Familien in der Stadt Coburg aufspannt – und das gerade auch in der Corona-Pandemie. Motto der Aktion: „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ Den bundesweiten Startschuss dazu gab die damalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in Berlin. „Jetzt ziehen wir in Coburg nach“, sagt Reinhold Ehl. Das erfolgt in mehreren Varianten. Startschuss ist eine Plakat-Aktion, bei der mehrere Image-Plakate in und an den städtischen Verwaltungsgebäuden generell auf die Arbeit des Jugendamtes aufmerksam machen. Das Amt für Jugend und Familie wird außerdem in den kommenden Wochen und Monaten mit Artikeln in den Tageszeitungen über seine Arbeit informieren. Auch sind spezielle Podcasts geplant. Sofern es die Corona-Pandemie zulässt, möchten die Mitarbeiter*innen des Jugendamtes auch an einem Tag mit einem Infostand auf dem Marktplatz präsent sein. Eingeladen sind dann alle Altersgruppen, die sich für die Arbeit des Jugendamtes interessieren. „Der Infostand ist eine hervorragende Möglichkeit, das Jugendamt fern von Schreibtisch und Besprechungsraum kennen zu lernen. Ganz ohne Terminanfrage und Aktennotiz sind die Hemmungen geringer, um einmal unverbindlich in Kontakt zu treten.“, lobt der 3. Bürgermeister Thomas Nowak.

Das Jugendamt habe mit intensiveren Beratungen via Telefon oder Video bis hin zu digitalen Angeboten der Jugendarbeit in den vergangenen Monaten neue Akzente gesetzt und damit eine enorme Resonanz bei Kindern, Jugendlichen und Familien erzielt. Denn ihnen habe die Corona-Pandemie besonders zugesetzt: „Es ist kein Geheimnis, dass sich eine deprimierende Corona-Stimmung in Familien breitmacht. Gerade auch junge Menschen leiden unter der Situation“, so Nikolai Hiesl, Teamleiter der Verwaltung im Amt für Jugend und Familie. Kindern fehle ein Stück Kindheit. Jugendliche verpassten gerade das, was zur Jugend gehöre: Das „Erlebnis Jugend“ mit dem Freundeskreis, ebenso etwas zu unternehmen, sich zu engagieren.

Die Corona-Pandemie habe das Jugendamt vor völlig neue Aufgaben gestellt. „Pragmatisch und mit Power halten wir dagegen – im Eins-zu-eins-Kontakt oder auch digital per Handy, Tablet und Laptop. Es ist eine 24/7-Präsenz. Und alle ziehen mit – von der Sozialpädagogin, über die Verwaltung bis zur*m Erzieher*in. So etwas wie ‚Corona-Pause‘ gibt’s bei uns nicht“, so Ehl. Und er macht auch gleich noch Werbung in eigener Sache: „Wir kümmern uns um den Nachwuchs. Aber wir suchen auch immer einmal wieder selbst Nachwuchs für unsere eigenen Reihen. Wer sich umsehen will, was so alles im Jugendamt passiert und welche interessanten Jobs es dort gibt, der kann uns gern jederzeit ansprechen.“