Metropolregion Nürnberg verabschiedet Charta für Nachhaltigkeit

Bekenntnis zur Nachhaltigkeit: OberbürgermeisterInnen, BürgermeisterInnen und LandrätInnen der Metropolregion Nürnberg verabschiedeten am 23. Juli die „Nachhaltigkeitscharta der Europäischen Metropolregion Nürnberg“. Den feierlichen Rahmen bot die 38. Ratssitzung in der Orangerie in Ansbach. Damit bekennt sich die Region zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen und zieht den Katalog mit 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) als Richtschnur für künftige Projekte und Aktivitäten heran. „Als Metropolregion sind wir Impulsgeber für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Unser Handeln hat nicht nur in der Region Auswirkungen, sondern auch global. Mit der Nachhaltigkeitscharta nehmen wir unsere Verantwortung wahr und wollen unser Tun in Zukunft noch stärker an Nachhaltigkeitskriterien orientieren“, so Johann Kalb, Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg und Landrat des Landkreises Bamberg.

Dass die Metropolregion für diese neue Zielsetzung gute Voraussetzungen hat, zeigen die bereits laufenden Projekte und Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit. Schwerpunkte sind die Bereiche Energie, Mobilität und Ernährung. Mit dem Klimapakt und dem jüngst gegründeten regionalen Klimafonds erfolgt ein Beitrag zu gleich mehreren SDGs (SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“, aber auch SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“). Auf das SDG 7 zahlen die Bemühungen ein, als innovationsstarke Wasserstoff-Region einen Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende zu leisten. Seit langen Jahren engagiert ist die Region bei nachhaltigem Konsum und Produktion (SDG 12): Im Netzwerk der Fairen Metropolregion arbeiten Politik und Zivilgesellschaft seit 2017 zusammen. Im Pakt für nachhaltige Beschaffung engagieren sich 70 Kommunen und konnten 2020 nachweislich faire Produkte mit einem Volumen von über 5 Mio Euro anschaffen. Die Regionalkampagne Original Regional setzt sich seit 1997 für die Bewusstseinsbildung und für die Vermarktung von Regionalprodukten ein.

Die regionale Land- und Ernährungswirtschaft bildete den inhaltlichen Schwerpunkt der Ratssitzung. So stellte Dr. Hermann Ulm als wichtigen Meilenstein des Bundesforschungsprojekts ReProLa (Regionalproduktspezifisches Landmanagement) ein Konzept für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft in der Metropolregion vor. Hermann Ulm ist Landrat des Landkreises Forchheim und Sprecher des Projekts. Seit 2018 untersuchen Wissenschaftler der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf, der Friedrich-Alexander-Universität und von Fraunhofer die Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft und die Bedeutung typischer Regionalprodukte in der Region. Die Daten zu Süßkirsche, Karpfen oder Bier geben Aufschluss über die Relevanz der Produkte für regionale Wirtschaftskreisläufe oder für den Erhalt von Biodiversität und einzigartiger Kulturlandschaften.

Lob aus dem Ministerium

Thorsten Glauber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, kommentierte die Vorhaben der Metropolregion Nürnberg aus Landesperspektive und lobte den regionalen Vorstoß für eine höhere Wertschätzung von Regionalprodukten. Ausgewählte, im Konzept vorgestellte Maßnahmen werden in konkrete Pilotprojekte überführt. In Vorbereitung ist z.B. eine Dachmarke „Streuobst aus der Metropolregion“ zur gemeinsamen Vermarktung von in der Region erzeugten Streuobst-Säften.

Für eine Bewerbung der Metropolregion als „Welt-Agrarkulturerbe“ bei den Vereinten Nationen machte sich auch der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König stark. Die außergewöhnliche Dichte und Vielfalt an Kulturlandschaften und die damit verbundenen Regionalprodukte sind als große Besonderheit und als besonders wertvoll zu bewerten, lautet die Einschätzung. Gemeint sind beispielsweise Teichlandschaften in Neustadt Aisch und Tirschenreuth mit Karpfenzucht, Hopfen im Spalter Hügelland mit dem besonderem Aromahopfen, Weinberge in Mainfranken, das Knoblauchsland mit einer kleinräumigen
Mischung unterschiedlicher Gemüsesorten in Nürnberg oder die beweideten Magerwiesen in den Juratälern mit Lammspezialitäten. Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass die Bewerbung eine große Chance sei, die hohe Lebensqualität in der Metropolregion bekannt zu machen. Erste Vorgespräche beim Bundeslandwirtschaftsministerium und der Welternährungsorganisation sind bereits positiv verlaufen. Es wäre die erste Bewerbung eines großräumigen Stadt-Land-Gefüges mit einer Vielfalt von Kulturlandschaften und Landwirtschaftssystemen im globalen Norden der Einen Welt, wie es im Jargon der Vereinten Nationen heißt. Es wäre auch die erste Bewerbung aus Deutschland. Typischerweise werden bislang einzelne Landwirtschaftssysteme wie Olivenhaine in Spanien, Weingärten in Italien oder Reisterrassen in China ausgezeichnet.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitscharta sollen künftig Metropolregions-Projekte auf ihren Beitrag zu den SDGs und zu Klimaneutralität geprüft werden. Auch soll Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in der Arbeit der Metropolregion fest verankert werden und damit verbundene Aktivitäten stärker kommuniziert werden. Wichtig ist für die Zukunft ein Monitoring der Nachhaltigkeitsziele, um das Engagement der Region messbar zu machen. Hierfür wurden für die kommenden Jahre Fördermittel auf Bundesebene beantragt.

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